Dankesbrief 2021

nds 2021Liebe Freunde und Förderer der Nina.Dieckmann-Stiftung,

wie jedes Jahr möchte ich Ihnen Rechenschaft über die Arbeit der Stiftung abgeben. Zunächst aber danke ich Ihnen von Herzen für Ihre großartigen Spenden im vergangenen Jahr: 96.334,96 Euro haben Sie der Stiftung überwiesen, davon allein zu Weihnachten 40.150,00 Euro.

Mit Ihren Spenden und mit 140.006,00 Euro staatlicher Unterstützung standen uns 236.340,96 Euro zur Verfügung. Damit haben wir Honorare bezahlt und Unterrichtsmaterialien, vor allem digitale Geräte, gekauft.

83 angestellte Lernhelfer und 13 ehrenamtliche Lernpaten erteilten 819 Kindern und Jugendlichen (von der Kita bis zum Gymnasium) 52.000 Stunden Deutschunterricht - in Grundschulen, in Kitas, Flüchtlingsheimen und Wohnzimmern.

Allein für Unterrichtsmaterialien haben wir 35.256,21 Euro ausgegeben, und zwar vor allem für 133 Tablets, 47 Notebooks und vier Drucker.

Diese Daten wirken auf den ersten Blick beachtlich. Aber: Wenn Sie die Zahlen mit den Vorjahreszahlen vergleichen würden, dann sind sie nicht mehr so rosig. Denn wir konnten nicht mehr alle unsere Schüler fördern, für 21 Kinder fiel die Förderung aus.

12 Lernpaten unterbrachen ihre Arbeit mit den Kindern, manche glücklicherweise nur zeitweilig. Einige Schulen schlossen ihre Türen und ja, auch einige Eltern versagten den Wohnzimmerlehrern aus Angst vor Ansteckung das Betreten der Wohnung.

Hinzu kam das wechselnde Unterrichten nach Szenario A, B oder C …. Es hat den Kindern und den Lernhelfern einiges abverlangt. Deshalb mussten wir immer wieder unsere Arbeitsabläufe überdenken und neue Wege finden.

Unsere Probleme und ihre Lösungen:

  • Da wir an vielen Schulen die Kinder nicht mehr in gemischten Gruppen fördern dürfen, müssen wir viele Kinder einzeln unterrichten.
  • Da für diesen Einzelunterricht mehr Lernhelfer notwendig sind, mussten wir neue Lernhelfer einstellen.
  • Da unsere Lernhelfer als Außenstehende einige Schulen nicht mehr betreten dürfen, mussten wir andere Lernorte finden oder die Kinder zu Hause aufsuchen.
  • Da sich einige Lernhelfer, Kinder oder Eltern vor Ansteckungen durch das Virus fürchten, können wir einige Kinder nur virtuell unterrichten.
  • Da virtuelles Unterrichten mit Handys schier unmöglich ist, mussten wir an die Kinder Tablets oder Notebooks austeile.
  • Da viele Schulaufgaben ausgedruckt werden sollten, mussten wir auch Drucker besorgen.
  • Da in mehreren Flüchtlingsheimen kein WLAN vorhanden ist, mussten wir die Stadt „beknien“, Abhilfe zu schaffen. Die WLAN-Anschlüsse sollen im April gelegt werden.

So entstehen aus einem Problem viele weitere. Es gab und es gibt viel zu tun.

Dann erschien der erste Silberstreif am Horizont: Impfen und Testen. Und es kamen wieder Fragen auf. Werden auch die Lernhelfer der Stiftung geimpft? Erhalten auch sie Testkits? Also habe ich an die Sozialministerin Reimann geschrieben und auf unsere prekäre Lage hingewiesen. Inzwischen haben viele Lernhelfer zusammen mit den Schullehrern ihre erste Impfung erhalten. (Ob mein Brief dabei hilfreich war, weiß ich nicht. Ich wollte halt nichts unversucht lassen.)

Das Thema Testen haben wir so gelöst, dass die Lernhelfer in Schulen sich und ihre Schüler dort testen; für die Lernhelfer in den Familien zahlt die Stiftung die Testkits. Nach den Osterferien geht’s los.

Bis jetzt habe ich vor allem über die „Zumutungen“ durch die Pandemie berichtet. Nun werde ich Ihnen die positiven Aspekte des Lernens in Coronazeiten aufzeigen. Auch die gibt es. Und zwar nicht zu knapp!

Ausgesprochen positiv ist es, dass sich inzwischen fast alle Lernpaten weiter oder wieder um ihre Schützlinge kümmern. Sie beschützen sie im wahrsten Sinne des Wortes - vor Strukturlosigkeit, vor Alleinsein, vor Hoffnungslosigkeit. Und sie beschützen sie davor, Gelerntes wieder zu vergessen.

Alle Lernpaten haben mir berichtet, wie glücklich die Kinder sind, wenn sie auftauchen, und sei es nur auf dem Bildschirm. Viele haben mir voller Bewunderung, fast ungläubig, erzählt, dass erfreulich viele ihrer Schützlinge mit dem neuen Online-Lernen inzwischen gut zurechtkommen. Dass sie lernen, sich Ziele zu setzen, selbstständig zu arbeiten und Freude nicht nur am eigenständigen Lernen, sondern am Lernen an sich zu entwickeln.

Auch die Lernhelfer haben viel gelernt und sich weiterentwickelt. Nun ist für sie digitales Lernen kein „Böhmisches Dorf“ mehr, sondern gehört für sie als vertrauter Vorgang und selbstverständlicher Bestandteil zum gelungenen Unterrichten.

Mit diesem positiven Ausblick endet mein Bericht. Wenn Sie mehr über die Arbeit der Stiftung wissen möchten, können Sie mir gern schreiben, mich anrufen oder meine Website besuchen. Unter "Stand der Dinge" finden Sie unten auf der Seite den Rechenschaftsbericht 2020 für die Stiftungsaufsicht und den Jahresrechnungsabschluss 2020.

Mögen wir alle bald wieder unbeschwert ohne Coronasorgen leben können,
das wünschen Ihnen

Ihre Nina Dieckmann und alle, die sich in der Stiftung engangieren.